Pilgerwandern nach Mariazell
über den Ötscher

Pilgern über den ötscher

Zu Fuß durchs Mostviertel

Entschleunigen, zu sich selbst finden und die Gedanken sortieren – das alles funktioniert hervorragend bei einem Fußweg durch die Landschaft. Pilgern ist altbewährt und wird von unzähligen Menschen praktiziert. Ob gläubig, bergbegeistert, als Tourist unterwegs oder um dem Alltag zu entfliehen – kunterbunt ist die Gruppe der Pilger auf den Pfaden des Ötschers. Eine der sicher beeindruckendsten Pilgerreisen ist der oberösterreichische Mariazellerweg in den gleichnamigen Wallfahrtsort Mariazell. 

Tagesetappe von Lackenhof nach Mariazell

Schritt für Schritt durch das Mostviertel

  • Distanz: 27 km
  • Dauer: Tagesetappe
  • Startpunkt: Ötscher Schutzhaus (1.418 m) 
  • Variante 1: Ötscher Schutzhaus – Riffelsattel – Spielbichler – Ötschergräben – Mitterbach - Mariazell
  • Variante 2: Ötscher Schutzhaus – Riffelsattel – Feldwiesalpe - Gemeindealpe – Mitterbach – Sebastianikirche – Mariazell

Die Tagesetappe des Marizellerweges startet im Ötscherdorf Lackenhof am Fuße des Vaterberges. Bereits beim Startpunkt erwartet alle fleißigen Wanderer eine fantastische Aussicht ins umliegende Land. Der erste Anstieg von Lackenhof auf den Riffelsattel verlangt den Pilgern schon mal einiges an Kondition ab – gilt es doch fast 500 Höhenmeter zu überwinden. Für all jene, die es etwas bequemer haben möchten, empfiehlt sich die Liftfahrt mit dem Doppelsessellift auf den Großen Ötscher um von dort aus zum Riffelsattel zu gelangen. 

Tipp: Eines der atemberaubendsten Naturdenkmäler sind die Ötschergräben. Tiefe Schluchten, schroffe Felsen und glasklare Gebirgsbäche mit tosenden Wasserfällen warten dort auf euch. Am besten, ihr nehmt den Wanderweg Nummer 15 hinab zum ehemaligen Gasthaus Spielbichler. Nach einer Dreiviertelstunde gelangt ihr zu einer zwei Kilometer langen Forststraße, von wo ihr rechts in die Ötschergräben einbiegen könnt. Der Umweg lohnt sich, versprochen!

Auf einem gut ausgebauten Pfad geht es für circa fünf Kilometer durch die bizarren Felsformationen, eingeschnittenen Flussläufe und die schöne Flora und Fauna der Ötschergräben. Es empfiehlt sich eine Einkehr zum „Ötscherhias“ um die Kraftreserven wieder aufzuladen bevor es weiter durch den „Grand Canyon“ des Ötscherlandes geht. 

Zum Schluss geht es nochmals hinauf zum Forsthaus Hagen und entlang des schönen Erlaufsees nach Mitterbach.

Übrigens: In Mitterbach trifft der Mariazellerweg die Via Sacra, den Pilgerweg von Wien nach Mariazell. Die Via Sacra ist eine historisch gewachsene Route und beherbergt viele spirituelle Stationen für alle Pilgerfreunde. 

Die letzten Kilometer am Mariazellerweg führen entlang des malerischen Sebastianweges mit seinen Rosenkranz-Bildstöcken. Jene Pilger, die bis dahin noch nicht zu sich selbst gefunden haben oder noch an ihren Alltagssorgen knabbern, werden beim Anblick der Basilika im Zielort alles hinter sich lassen. Holt tief Luft und schreitet ein in die weltberühmte Basilika im idyllischen Bergdorf Mariazell.